Aktuelles

Equal Care Day: Pflegerische Sorgearbeit in gemeinsamer Verantwortung

Rund 85 Prozent der Menschen mit Pflegebedarf leben zu Hause. Sie werden überwiegend von Angehörigen, Nachbar*innen und Freund*innen versorgt. Bei aller Diversität der Gruppe sticht jedoch ein soziales Merkmal deutlich heraus: Pflege ist primär weiblich - noch immer.

Das Ziel Equal Care setzt die vollumfängliche Gleichberechtigung der Geschlechter voraus und umfasst dahingehend verschiedene Aspekte. Zum Beispiel die Durchsetzung des Prinzips Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und eine stärkere Wertschätzung von vermeintlichen „Frauenberufen“, wie Sozialer Arbeit und Pflegearbeit. Es geht um eine veränderte Sichtweise auf Sorgearbeit, die als zentraler Bestandteil menschlicher Existenz und Gemeinschaft, in ihrer besonderen Bedeutung für die Gesellschaft, viel stärker wahrgenommen und wertgeschätzt werden muss.

Es braucht eine gerechtere Aufteilung von pflegerischer Sorgearbeit

Rund Dreiviertel der pflegenden Personen sind Frauen. Die generelle Bereitschaft zur Übernahme der Pflege und Betreuung eines Familienangehörigen liegt laut einer Umfrage im Rahmen des DAK Pflegereport 2022 zwischen den Geschlechtern fast gleichauf. Dort gaben 65 Prozent der Männer und 71 Prozent der Frauen an, im Falle des Falls bereit zu sein, einen Familienangehörigen zu betreuen und zu pflegen.

Dabei unterstützen mitunter Maßnahmen von Arbeitgeber*innen zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf und vereinbarkeitsfördernde Versorgungsangebote, wie zum Beispiel die Tagespflege. Die Einführung einer Entgeltersatzleistung für berufstätige pflegende Angehörige analog dem Elterngeld wird seit vielen Jahren diskutiert. Sie steht im Koalitionsvertrag der Bundesregierung und wurde 2020 auch vom Land Berlin mit einer Bundesratsinitiative gefordert. Rund 75 Prozent der Bevölkerung schließen sich der Forderung an (siehe auch hierzu DAK Pflegereport 2022), die bislang noch nicht umgesetzt wurde.

Es bleibt viel zu tun auf dem Weg zu einer neuen Sorgekultur, – die auch vermehrt die pflegerische Sorgearbeit umfassen muss. Der Equal Care Day leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Wer sich näher informieren und einen Einblick in aktuelle Diskussionen bekommen möchte, kann am 01. März 2023 an einer virtuellen Care-Landschaft mit spannenden Vorträgen und Diskussionen teilnehmen. Die Aktion wird organisiert von der Initiative Equal Care Day.

Einladung zum Workshop „Digital Streetwork“

Wann? Mittwoch, 19. April, 16 bis 18 Uhr
Wo? Online

„Digital Streetwork“, die aufsuchende Arbeit in sozialen Medien, ist ein Ansatz, Informationswege zielführend zu gestalten und Menschen in ihren Lebenswelten besser zu erreichen.

Zusammen mit dem Referenten Nikola Boskovic von ‚Minor – Projektkontor‘ möchten wir diesen Kommunikationsansatz, sein Methodenspektrum und Projekte der Migrationsberatung kennenlernen sowie die Anwendbarkeit auf den Bereich der Pflege diskutieren.

Die Teilnahme am Workshop ist kostenfrei. Die Einladung finden Sie hier.
Wir bitten um Ihre verbindliche Anmeldung bis Dienstag, 11. April 2023. Die Anzahl der Teilnehmer*innen ist begrenzt.

Der Workshop ist eine Zusammenarbeit der ‚Service-Akademie für MO‘ des VIA Berlin/Brandenburg e.V. und der Fachstelle für pflegende Angehörige.

Newsletter Februar 2023

Mit unserem neuen Newsletter erhalten Sie wie gewohnt aktuelle Informationen, Hinweise und Veranstaltungstipps rund um das Thema häusliche Pflege.

Die Themen:

  • Termine (unter anderem: LSBTI* Basisschulung für Fachkräfte der Pflege und Entlastung)
  • Informationen und Hinweise (unter anderem: Neue Broschüre „Pflege kompakt Berlin“ ist online)
  • Forschungsaufrufe für Angehörige von Menschen mit Demenz


Viel Spaß beim Lesen und herzliche Grüße!

Fachstelle für pflegende Angehörige

Schenkendorfstr. 7, 10965 Berlin

  • E-Mail: fs-pflegende-angehoerige@dwbsm.de
  • T: 030. 6959 8897
  • F: 030. 6107 4544